Standort 11: Brauereiteiche

Zu den bedeutsamsten Bauten in Vrkoslavice gehörte die Brauerei. Sie wurde in den Jahren 1833 bis 1835 von Johann von Römisch, dem damaligen Besitzer der Herrschaft von Malá Skála, zu der auch Vrkoslavice und Jablonec gehörten, erbaut. Nachdem im Zusammenhang mit der neuen Landesordnung Vrkoslavice im Jahre 1850 eine eigenständige Gemeinde wurde, war die Reichenberg-Maffersdorf-Gablonzer Brauerei eine wichtige Quelle von Steuereinnahmen in der Gemeindekasse.

Von dem damaligen Ruhm der hiesigen Brauerei ist nicht viel übrig geblieben, das letzte Bier wurde hier in den 80iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gebraut.

In den Jahren 1882 bis 1899 wurden oberhalb der Brauerei schrittweise drei „Brauereiteiche“ angelegt. In den Wintermonaten wurde aus diesen Teichen Eis für Kühlzwecke gewonnen. Im Jahre 1922 wurde am oberen Teich eine Badeanstalt eröffnet, die allerdings schon seit längerer Zeit nicht mehr in Betrieb ist.

Unweit unseres Standortes spielte sich am 20.4.1890 eine interessante Geschichte ab. In den ersten Frühjahrstagen spielte auf den Wiesen in der Umgebung eine größere Gruppe von 31 ortsansässigen Kindern, die von einem plötzlichen Gewitter mit ergiebigem Regen überrascht wurden. Alle Kinder brachten sich vor dem Regen unter der großen Fichte in Sicherheit. Nach einer gewissen Zeit, als das Wasser durch die Zweige herab lief, liefen sie in verschiedene Richtungen auseinander, um nach Hause zu gehen. Sie waren keine hundert Schritte von dieser Stelle entfernt, als in diese Baumgruppe ein Blitz einschlug. Am stärksten wurde gerade die Fichte gespalten, unter der noch vor kurzer Zeit die Kinder Schutz gesucht hatten.

An den folgenden Tagen kamen Hunderte von Menschen zu diesem Ort, da die Einwohner davon überzeugt waren, dass nur wie durch ein Wunder Gottes die Kinder vor dem Unglück gerettet wurden. Später wurde hier auf Anregung des Jablonecer Pfarrers Josef Ressel ein Gedenkstein aufgestellt, auf dem ein Eisenkreuz befestigt war. Das Bild auf der nicht mehr vorhandenen Tafel stellte die beschriebene Geschichte anschaulich dar. Die Kosten für die Errichtung des Denkmals hatten freiwillige Spender getragen. Seit dieser Zeit wird dieser Ort „Am Kreuz“ genannt.

Das Umfeld der ehemaligen Brauereiteiche ist derzeit nicht gestaltet. Man kann also nur hoffen, dass die Wasserfläche in Zukunft vielleicht als Ort der Ruhe und Erholung genutzt wird.

Fotogalerie - Standort 11

Mappe

 

Brauerei

 

Brauereiteiche

 

Denkmal

 
 
Hergestellt 22.6.2006 14:05:24 | gelesen 17814x | Petr Vitvar
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