Standort 10: Čertův kámen (Teufelsstein)

Der Teufelsstein, an dem wir gerade stehen, war in der Vergangenheit eine so bedeutsame Dominante von Vrkoslavice, dass er in dem inoffiziellen Wappen der Gemeinde und sogar im Gemeindestempel erschien.

Das ungewöhnliche geologische Gebilde erregte seit jeher die Aufmerksamkeit der ortsansässigen Bevölkerung. In den Gedanken der Bergbewohner entstand auch die Sage über den Teufelsstein, die von den Teufelsbeschwörern erzählt, die sich mit ihrer Sehnsucht nach dem Mammon in der nahe gelegenen Kapelle trafen. Bei ihren unlauteren Taten wurden sie jedoch vom Vikar erwischt. Als sie sich gerade auf die Flucht begaben, erschien auf diesem Felsblock der Teufel mit einem Sack voller Reichtümer. Nachdem er den Vikar erblickt hatte, begann er mit dem Schwanz so wütend um sich zu schlagen, dass er in dem Stein mehrere Vertiefungen hinterließ. Dann verschwand er mit dem Schatz, um niemals mehr hier zu erscheinen.

Der große Granitblock ruht an vier kleineren Steinen, und das ganze System bildet eine Art offene Höhle. Auf dem oberen Steinblock befinden sich kleinere Vertiefungen, die die Bildung von Steinkesseln andeuten. Die Abflussrinne eines dieser Steinkessel ist angeblich der Abdruck des Teufelsschwanzes. Wir finden hier auch mehrere kleinere, künstlich gehauene Stufen.

Die Menschen wussten schon in der Vergangenheit die Natursehenswürdigkeiten so sehr zu schätzen, dass sie sie vor dem Verfall schützen konnten. Auch der Teufelsstein war gefährdet. Der bekannte Jablonecer Chronist Adolf Lilie schrieb 1895 in seiner „Heimatkunde“ des Bezirkes Jablonec nad Nisou: „In der letzten Zeit musste der Teufelsstein dem Angriff der Steinmetze standhalten; die Arbeiten wurden aber eingestellt, und so wird diese beachtenswerte Felsformation vielleicht noch lange erhalten bleiben.“ Die von den Werkzeugen der Steinmetze verursachten Löcher weisen allerdings noch heute auf ihre Bestrebungen hin.

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Teufelsstein

(615m)
 
 
Hergestellt 22.6.2006 13:55:45 | gelesen 20173x | Petr Vitvar