Standort 3: Stadtpark

Im Jahre 1879 wurde in Jablonec ein Verschönerungsverein gegründet, der sich zum Hauptziel gestellt hatte, einen Stadtpark anzulegen. Die Bestrebungen des Vereins trafen allerdings bei einigen Einwohnern auf nicht allzu viel Verständnis, die der Meinung waren, dass das unnötige und nicht zweckentsprechende Kosten sind.

Letztendlich ist es aber diesem Verein gelungen, diesen Gedanken zu verwirklichen. Dank der Unterstützung seitens der Jablonecer Stadtsparkasse konnte der Verein im Jahre 1884 ein morastiges Grundstück am linken Ufer der Neiße mit einer Fläche von 19.491 m˛ kaufen. Die Fläche wurde schrittweise gestaltet, es wurden Bäume und Sträucher gepflanzt. Am Sonntag, dem 9. Juli 1893 wurde der Park feierlich eröffnet. Im Laufe der darauf folgenden Jahre wurden Kleinplastiken und Gedenksteine aufgestellt. Die „Phonolith-Orgel“ befindet sich immer noch dort, wenngleich an einem nicht gerade würdigen Platz.

Das Grundwasser als natürliche Wasserquelle wurde für den Bau eines künstlichen Zierteiches genutzt, der mit einem kleinen Damm und einem Ziergeländer abgeschlossen wurde. Auf der Wasserfläche wuchsen Seerosen und andere Wasserpflanzen, im Winter wurde auf dem zugefrorenen Teich Schlittschuh gelaufen. Unweit des Teiches wurde ein Gartenpavillon für Konzerte im Freien gebaut.

In der südwestlichen Ecke wurde am 11. Oktober 1936 ein Denkmal für die Opfer des 1. Weltkrieges enthüllt. Der Autor der Granitsäule und ihrer Umgebung war der Architekt Alfred Wenzel, die Plastiken schuf der Bildhauer Michel Brosik. Das Material für das Denkmal wurde in Jizerka abgebaut. An der Rückseite befanden sich mehrere Tafeln mit 863 Namen von gefallenen oder vermissten Jablonecer Bürgern. An die Spitze des Denkmals wurde eine Gasleitung herangeführt, so dass es bei feierlichen Anlässen möglich war, ein Feuer zu entzünden. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Tafeln mit den Namen und einige weitere Details entfernt.

Ende der 70iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde der Park saniert, aber aus heutiger Sicht ließen diese Sanierungsarbeiten Geschmack und Konzeption vermissen. Die Wege wurden betoniert und mit einer Asphaltoberfläche versehen, unglücklich war auch die Instandsetzung des Teiches, der ebenfalls betoniert wurde. Durch unsachgemäße Eingriffe kann das Wasser im Teich nicht mehr gehalten werden.

Die vorerst letzte Instandsetzung des Parks lief im Jahre 2001. Dabei wurde an der Grünflächengestaltung gearbeitet und zusätzliches Mobiliar aufgestellt. Viele der gepflanzten Sträucher wurden leider entwendet.

Der auch Tyršovy sady (Gärten) genannte Stadtpark ist schon seit mehr als einhundert Jahren ein gern besuchter und angenehmer Ort der Erholung inmitten einer belebten Stadt.

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Stadtpark

 

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Hergestellt 21.6.2006 15:46:39 | gelesen 17374x | Petr Vitvar